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sehr authentisch mit kleinen Ungereimtheiten
• • • •   (bewertet mit 4 von 5 Punkten)

Um's vorweg zu nehmen  wer Karl May Romantik sucht, ist hier falsch. Die Karl-May-Filme der 60er Jahre haben einen anderen Anspruch und man sollten nicht den Fehler machen, diese TV-Serie daran zu messen. Das wäre sicherlich Äpfle mit Birnen vergleichen.
Ich war von der Serie sehr beeindruckt, habe Sie nach fast 30 Jahren noch einmal auf dieser DVD gesehen. Pierre Brice hat ein sehr gut recherchiertes Drehbuch zur damaligen Situation der Indianer in den Reservaten geschrieben. Das er dabei auf bekannte Karl May Figuren zurückgegriffen hat, die mit Karl May nichts zu tun haben, sei ihm zu verdenken, dadurch hat er wahrscheinlich erst die finanziellen Mittel erwirken können, die es braucht, eine solche Serie zu realisieren.
Die Geschichte zwischen ihm und dem jungen Comachen schwarzes Pferd "Taschunko" als Schüler und Lehrer ist ein passender roter Faden um Stammesleben mit Schwitzhütte und Sonnentanz und der Kultur der Plainsindianer authentisch darzustellen.

Er hatte nur bescheiden Mittel und wenige Darsteller, die aber sehr gut eingesetzt wurden.Die Serie war wirtschaftlich damals nicht erfolgreich und hatte wenig positive Resonanz, deshalb hat es eine angedachte 2. Staffel leider nie gegeben. Ich würde sagen, die Serie war ihrer Zeit etwas voraus, der große Indianerboom - mit der authentischen Darstellung der Lakota, Crow, Arapaho, Apachen und wie sie alle heißen, war noch nicht da, das kam erst gut 10 Jahre später... man denke an den Erfolg von "Der mit dem Wolf tanzt" zu Beginn der 90er Jahre.

Nicht verstanden habe ich allerdings, warum die indianischen Namen die Winnetou vergibt, allesamt der Lakotasprache zugehörig sind - Taschunko sapa (Pferd schwarz) oder Tunkashila (Großvater) oder "wakan Tanka" (heilig groß sprich Großer Geist). Erwartet hätte ich, dass es Worte aus der Sprache der Apatschen gewesen wären.

Ein chronologischer Fehler ist mir auch noch aufgefallen: Im Prozess gegen Alter Bär werden Bilder gezeigt von Gräueltaten weißer Soldaten gerichtet gegen Indianer. Hierbei auch ein Bild eines Massengrabes, welches der Schlacht am Wounded Knee zuzuordnen ist. Im Gerichtssaal hängt ein Bild des amtierenden Präsidenten Abraham Lincoln. das passt nicht zusammen: Lincoln starb 1865 und die Schlacht am Wonded Knee fand erst im Dezember 1890 statt. Das Foto kann also zum Zeitpunkt der Handlung gar nicht existiert haben. Das nur als kleine Spitzfindigkeit

Die Qualität des Bildes ist nicht sehr gut zu blass und etwas unscharf. Bonusmaterial hätte es sicherlich mehr gegeben, da fhlt mir was. Schön aber das Interview mit Siegfried Rauch, er plaudert sehr lebendig aus dem Nähkästchen, wenn auch wenig zur TV-Serie "Mein Freund Winnetou"
Eine Rezension von Kreissparkasse Siegburg "Michael K" > Bonn
vom 20. August 2009
Kundenrezensionen:
17. Winnetou-DD
16. sehr authentisch mit kleinen Ungereimtheiten (die aktuell angezeigte Rezension)
15. Der beste Winnetou!
14. Mittelmaß
13. Schwache Vorstellung einer guten Idee...
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